#11 Abschlussfolge
Shownotes
In der Abschlussfolge der aktuellen Staffel von „Engagement to go werfen die Hosts Isabel und Marina gemeinsam einen Blick zurück auf die spannendsten Gespräche und wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Episoden. Noch einmal geht es um Themen wie Zielgruppenansprache, Öffentlichkeitsarbeit und Engagement gegen Lebensmittelverschwendung. Dabei reflektieren die beiden, welche Tipps, Erfahrungen und Perspektiven aus der Staffel besonders hängengeblieben sind und was erfolgreiche Initiativen langfristig stärken kann.
Neu im Fokus stehen außerdem die Themen Selbstfürsorge im Engagement, Motivation in herausfordernden Phasen und der Aufbau starker Communities, die sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam etwas bewegen wollen. Eine Abschlussfolge voller Erfahrungen, Learnings und neuer Impulse für alle, die sich (im Ernährungsbereich) engagieren möchten.
Wenn ihr euch intensiver mit Aktivismus-Burnout und Selbstfürsorge beschäftigen möchtet, hört gern auch in die Folge „Aktivismus-Burn-Out: Helfen, ohne dabei auszubrennen“ von Deutschlandfunk Nova rein: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/aktivismus-burn-out-helfen-ohne-dabei-auszubrennen
Bei ihr Anregungen, Fragen oder Feedback zum Podcast, schreibt uns gerne unter wertvoll@verbraucherzentrale.nrw
Host: Isabel Naguib und Marina Knust Skript: Isabel Naguib Schnitt: Niklas Hoffmann Produktion: Verbraucherzentrale NRW, Projekt Wertvoll NRW
Der Podcast ist Teil des Projekts „Wertvoll NRW – Landesweite Initiative für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln“ der Verbraucherzentrale NRW. Das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen fördert das Projekt bis Ende 2026. Wertvoll NRW hat sich das Ziel gesetzt, Lebensmittelverluste in Privathaushalten zu reduzieren. Durch Aktionen vor Ort, Online-Inhalte sowie Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationen bringt das Projekt Verbraucher:innen den Wert unserer Lebensmittel näher und vermittelt praktische Tipps für Haushalt und Ernährung im Alltag. Mehr zum Projekt: www.wertvoll.nrw Mehr zur Wertschätzung von Lebensmitteln: www.verbraucherzentrale.nrw/unsere-lebensmittel
Transkript anzeigen
00:00:00: Marina: Das ist was, was man sich als Initiative auch vorher überlegen muss,
00:00:03: Marina: wenn man Materialien plant, wenn man Veranstaltungen plant, wie mache ich das
00:00:07: Marina: überhaupt, dass jeder Zugang hat.
00:00:21: Marina: Engagement to go, ein Podcast der Verbraucherzentrale NRW.
00:00:28: Marina: Hallo und willkommen zu Engagement to go, deinem Podcast für Engagement im Bereich
00:00:32: Marina: Ernährung. Ich bin Marina.
00:00:34: Isabel: Und ich bin Isabel.
00:00:35: Marina: Und heute haben wir eine ganz besondere Folge für dich, die letzte in dieser Staffel.
00:00:39: Marina: In den vergangenen Folgen haben wir mit spannenden Gästen über Zielgruppen,
00:00:42: Marina: Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliedergewinnung und viele andere Themen gesprochen
00:00:45: Marina: und dabei unzählige Tipps und Ideen gesammelt.
00:00:48: Marina: Heute schauen wir noch einmal zurück. Wir picken uns heraus,
00:00:51: Marina: was besonders im Kopf geblieben ist und teilen im Anschluss ein paar unserer
00:00:54: Marina: eigenen persönlichen Tipps, die uns im Engagement besonders weitergeholfen haben.
00:00:58: Marina: Also, was nehmen wir mit, was hat uns inspiriert und was möchten wir euch unbedingt
00:01:02: Marina: noch mit auf den Weg geben?
00:01:07: Marina: Du fängst an. Was war für dich eine prägende Erkenntnis aus den letzten Folgen?
00:01:11: Isabel: Ich denke mal ganz gerne an die ersten Folgen zurück. Also dieses,
00:01:15: Isabel: wo wir ganz viel über Zielgruppen gesprochen haben.
00:01:18: Isabel: Das kam ja auch ganz oft in anderen Folgen vor.
00:01:21: Isabel: Und da würde ich jetzt sagen, wir müssen immer klein anfangen,
00:01:25: Isabel: aber gleichzeitig schon groß denken. Sprich, wir fangen an mit ganz kleinen,
00:01:30: Isabel: überschaubaren, ganz konkreten Projekten, also irgendwie so eine lokale Aktion
00:01:34: Isabel: zum Beispiel gegen Lebensmittelverschwendung.
00:01:36: Isabel: Aber wir können von Anfang an mitdenken, wie wir diese Idee skalieren können.
00:01:41: Isabel: Da könnte man dann zum Beispiel die Personamethode, also die,
00:01:44: Isabel: die wir auch in Folge 1 kennengelernt haben, verwenden, um eben unsere Zielgruppen
00:01:49: Isabel: genau zu verstehen und dann eben aber auch unsere Botschaft eventuell kontinuierlich anpassen.
00:01:55: Isabel: Und da könnte man dann sagen, okay, wir haben hier so ein, keine Ahnung,
00:01:58: Isabel: so ein Pilotprojekt irgendwie mit 20 Haushalten und das kann natürlich irgendwann
00:02:03: Isabel: auch zu einer Kampagne werden, zum Beispiel für ganz NRW, wenn man da Lust drauf hat.
00:02:07: Isabel: Wie war es bei dir? Was ist dir noch im Kopf geblieben, Marina?
00:02:09: Marina: Also mir ist aus der achten Folge, wo es um Öffentlichkeitsarbeit und im Spezifischen
00:02:15: Marina: um Storytelling ging, das ist mir sehr im Kopf geblieben, dass sich Menschen
00:02:19: Marina: am meisten Geschichten merken und keine Statistiken.
00:02:23: Marina: Und da war es ja auch wichtig, emotionelle Narrative zu nutzen und die Menschen
00:02:27: Marina: halt wirklich emotional anzusprechen,
00:02:30: Marina: um einfach das, was man mitteilen möchte, greifbarer zu machen.
00:02:34: Marina: Also wichtig ist es dabei, Geschichten zu erzählen, Bilder zu zeigen,
00:02:39: Marina: wirklich Beispiele auch aus dem Engagement zu nutzen, gerade wenn man Öffentlichkeitsarbeit macht.
00:02:44: Marina: Zum Beispiel, wenn man über sein Engagement erzählt, auf Social Media halt eher
00:02:49: Marina: wirklich eine Geschichte aus der Praxis zu erzählen und das greifbar zu machen,
00:02:52: Marina: anstatt einfach zu sagen, Lebensmittelverschwendung ist ein Problem.
00:02:56: Marina: Eher zu sagen, okay, wir haben das und das gemacht, um Leuten zu zeigen,
00:03:01: Marina: wie man wirklich weniger Lebensmittel verschwenden kann.
00:03:04: Isabel: Da könnte man ja sogar sagen, okay, unsere Idee, wie wir am Anfang mit einem
00:03:08: Isabel: kleinen Projekt angefangen haben, was sich dann zu einer Kampagne für ganz NRW
00:03:12: Isabel: gemausert hat, das wäre auch so eine Story, die man dann letztlich erzählen könnte.
00:03:16: Marina: Ja, genau, total.
00:03:16: Isabel: Was mir auch noch im Kopf geblieben ist, das war die Folge, da habe ich mit
00:03:21: Isabel: der Karin vom Ernährungsrat Essen das Interview geführt und die hat uns ganz
00:03:26: Isabel: viel über die Kommunikation mit Entscheidungsträger:innen erzählt.
00:03:30: Isabel: Und da würde ich sagen, was man sich so merken kann, dass Netzwerke und Netzwerken
00:03:35: Isabel: wirklich der Schlüssel dafür ist, um natürlich einerseits auch die eigene Initiative,
00:03:40: Isabel: das eigene Projekt bekannter zu machen,
00:03:42: Isabel: aber auch, um vielleicht neue Zielgruppen eben auch zu erschließen.
00:03:46: Isabel: Also das heißt, ganz viel mit anderen Projekten, anderen Vereinen sprechen.
00:03:51: Isabel: Also es kann dann, wenn ich jetzt eine Initiative gegen Lebensmittelverschwendung
00:03:54: Isabel: bin, dass ich mich mit den solidarischen Landwirtschaften mal kurz schließe,
00:03:57: Isabel: die in meiner Umgebung sind, wenn da denn welche sind.
00:04:00: Isabel: Oder auch jetzt mit den Ernährungsräten oder anderen Playern eben in diesem
00:04:05: Isabel: Feld, weil das natürlich auch nochmal meine eigene Reichweite verstärkt und
00:04:09: Isabel: auch die Glaubwürdigkeit festigt.
00:04:11: Isabel: Was da helfen kann, ist sowas wie ein runder Tisch oder regelmäßige Austauschtreffen.
00:04:16: Isabel: Und die sind natürlich in Präsenz schöner.
00:04:19: Isabel: Aber wenn es halt nicht anders geht, weiß ich nicht, wenn man in einer großen
00:04:22: Isabel: Stadt lebt oder so, dann ist das natürlich auch digital völlig okay.
00:04:26: Isabel: Oder dass man mal sagt, okay, man macht irgendwie einmal alle zwei Monate macht
00:04:31: Isabel: man ein Präsenztreffen und sonst ist man halt einfach digital unterwegs,
00:04:36: Isabel: um sich da einfach weiter zu vernetzen.
00:04:38: Marina: Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, als ich das Interview mit Katharina
00:04:42: Marina: McKee vom Demogarten geführt habe und da ging es sehr darum,
00:04:46: Marina: Angebote niederschwellig zu gestalten, sodass jeder mitmachen kann.
00:04:50: Marina: Also das war die Folge zu interkulturelle Projekte umsetzen und da ist es super
00:04:55: Marina: wichtig, die Angebote einfach so zu gestalten, dass unabhängig von Sprache,
00:04:59: Marina: Kultur oder Vorkenntnissen einfach jeder mitmachen kann.
00:05:02: Marina: Und das ist was, was man sich als Initiative auch vorher überlegen muss,
00:05:07: Marina: wenn man Materialien plant, wenn man Veranstaltungen plant, wie mache ich das
00:05:10: Marina: überhaupt, dass jeder Zugang hat.
00:05:12: Marina: Also das fängt an bei Sprache und bei einfacher Sprache, aber genauso zu überlegen,
00:05:19: Marina: wie ist das bei Veranstaltungen, wie sorge ich überhaupt dafür,
00:05:21: Marina: dass da jeder gut hinkommen kann, wie sorge ich dafür, dass das offen gestaltet werden kann.
00:05:26: Marina: Beispielsweise, wenn man jetzt einen Kochworkshop plant, kann man sich überlegen,
00:05:31: Marina: okay, nutze ich eher einfache, bildbasierte Anleitungen oder mache ich vielleicht
00:05:36: Marina: einen Flyer, der auch mehrsprachig ist.
00:05:38: Marina: Genau, das war auf jeden Fall eine super Erkenntnis aus dieser Folge.
00:05:41: Isabel: Bei der Folge kommt mir auch irgendwie immer die Folge mit Amelie in den Kopf,
00:05:46: Isabel: weil die ja auch in eine relativ ähnliche Richtung ging mit der Niederschwelligkeit.
00:05:49: Isabel: Aber was ich auch immer noch ganz gut finde und was glaube ich auch im Arbeitsleben
00:05:54: Isabel: tatsächlich manchmal ein bisschen zu wenig gemacht wird oder wenn ich mich da
00:05:58: Isabel: mit meinen Freundinnen oder so drüber unterhalte,
00:06:00: Isabel: ist dieses Erfolgefeiern und gleichzeitig aber auch aus den Nicht-Erfolgen,
00:06:06: Isabel: aus den Misserfolgen noch zu lernen.
00:06:08: Isabel: Also, dass man auch wirklich mal aufschreibt, was jetzt wirklich die Erfolge waren.
00:06:13: Isabel: Ich meine, man hat ja häufig, also ich hoffe, man hat Ziele,
00:06:16: Isabel: wenn man irgendwas umsetzt und weiß dann am Ende, okay, das war total der Erfolg.
00:06:20: Isabel: Und dass man das einfach mal aufschreibt, dass man das auch kommuniziert,
00:06:23: Isabel: vielleicht über ein Storytelling dann letztlich halt über irgendwie seine Social-Media-Kanäle
00:06:29: Isabel: oder auch intern natürlich.
00:06:31: Isabel: Und dass diese Erfolgsgeschichten aber auch möglichst konkret sind.
00:06:36: Isabel: Da sind wir wieder bei dem, was mir als erstes auch so in den Kopf geblieben ist.
00:06:40: Isabel: Also dass man zum Beispiel sagt, okay, dank unserer Kampagne,
00:06:43: Isabel: wenn wir jetzt mal bei dem Beispiel bleiben, haben, weiß ich nicht,
00:06:46: Isabel: 20 Haushalte ihre Ernährungsgewohnheiten geändert.
00:06:50: Isabel: Weil das ist eine ganz konkrete Zahl und da kann man sich was darunter vorstellen.
00:06:54: Isabel: Und das ist einfach wirklich ein ganz, ja, das ist so ein Erfolg,
00:06:57: Isabel: den man auch gerne mal zelebrieren kann.
00:06:59: Isabel: Und wenn man dann auch noch über die Herausforderungen spricht,
00:07:02: Isabel: wie man vielleicht zu diesem Erfolg oder auch Nichterfolg, je nachdem,
00:07:05: Isabel: gekommen ist, kann das sowohl bei den eigenen Mitstreiter:innen,
00:07:10: Isabel: aber auch bei den Leuten, die man dann über Öffentlichkeitsarbeit beispielsweise erreichen möchte,
00:07:15: Isabel: auch noch dazu führen, dass man als sehr vertrauenswürdig, würde ich sagen,
00:07:19: Isabel: aber auch als authentisch wahrgenommen wird.
00:07:22: Isabel: Und das finde ich, ist echt nochmal was, was mir ja auch bei der Janina Krüger,
00:07:27: Isabel: die hatte das mit in ihrer Folge drin, wenn ich mich recht entsinne,
00:07:30: Isabel: dass ich das total wichtig fand.
00:07:32: Marina: Ja, da ging es auch nochmal so ein bisschen um eine Fehlerkultur auch.
00:07:35: Marina: Also nicht nur extern, Erfolge und auch Misserfolge und Herausforderungen zu
00:07:39: Marina: zeigen und darüber zu sprechen, sondern das auch intern zu tun.
00:07:43: Marina: Und so eine Fehlerkultur auch intern zu führen, dass es okay ist,
00:07:46: Marina: nicht alles sofort richtig zu machen.
00:07:49: Marina: Gerade wenn man neu als engagierter Mensch in eine Initiative kommt,
00:07:52: Marina: dass man wirklich das Gefühl bekommt, okay, du kannst Fehler machen,
00:07:55: Marina: es ist in Ordnung, du musst nicht von Anfang an komplett drin sein und alles wissen.
00:07:59: Marina: Und genau, das ist sowohl extern als auch intern sehr wichtig.
00:08:02: Isabel: Ja, und auch wenn man mit anderen Initiativen dann beispielsweise spricht,
00:08:06: Isabel: die nehmen sich ja vielleicht auch ein Beispiel an einem selbst.
00:08:08: Isabel: Also nicht nur gegenüber, ich sag mal, der Zielgruppe, die man jetzt konkret
00:08:12: Isabel: mit dem eigenen Projekt hat, sondern auch als gutes Beispiel für andere Initiativen
00:08:16: Isabel: aus dem gleichen Bereich, würde ich sagen.
00:08:18: Marina: Ja, total. Ja, mir ist auch noch die Folge im Kopf geblieben,
00:08:22: Marina: die gar nicht so lange her ist.
00:08:23: Marina: Es war neulich erst, wo wir mit The Good Food Köln über Social Media gesprochen
00:08:28: Marina: haben und vor allem über Instagram.
00:08:30: Marina: Und da waren auch sehr, sehr interessante Erkenntnisse dabei,
00:08:34: Marina: zum Beispiel, dass es sehr wichtig ist, den Content auch zu planen und auch
00:08:38: Marina: vielleicht intern in der Initiative zu schauen, wer ist jetzt für was zuständig.
00:08:41: Marina: Wie kann man auch, wenn jemand jetzt mal weniger Kapazitäten hat,
00:08:45: Marina: da eine gute Vertretung finden und vielleicht auch sagen, hey,
00:08:48: Marina: ich bin für den und den Zeitraum zuständig, aber dann kann ich nicht.
00:08:51: Marina: Dass man im Grunde eine Art Content-Kalender plant und inhaltlich ist es da
00:08:56: Marina: immer ganz gut, so Infos mit Unterhaltung zu kombinieren.
00:08:59: Marina: Also auf Instagram laufen ja zum Beispiel Reels ganz gut und da könnte man dann
00:09:03: Marina: zum Beispiel Reels mit ganz niederschwelligen Tipps gegen Lebensmittelverschwendung
00:09:07: Marina: machen, was ja The Good Food auch schon ganz gut umsetzt.
00:09:10: Marina: Auch wichtig ist es dabei, was wir in der Folge gelernt haben,
00:09:14: Marina: die Community aktiv einzubinden.
00:09:16: Marina: Also wirklich zu schauen, okay, wer folgt einem da und wie kann man die aktiv einbinden.
00:09:21: Marina: Also zum Beispiel, indem man Umfragen macht, zum Beispiel, indem man schaut,
00:09:25: Marina: was gefällt den Leuten, die einem folgen wirklich, wovon wollen die mehr sehen,
00:09:29: Marina: das kann man ja auch in der Umfrage umsetzen. Also man kann ja...
00:09:32: Marina: Einfach die Leute ganz offen fragen, hey, gefällt euch unser Content?
00:09:36: Marina: Wovon wollt ihr vielleicht mehr sehen?
00:09:37: Isabel: Total.
00:09:38: Isabel: Also das ist ja das beste Barometer für den eigenen Erfolg, auch wenn man die
00:09:44: Isabel: Community da mit einbringen kann und sehen kann, was denen gefällt.
00:09:48: Isabel: Wir haben natürlich auch noch ein paar eigene Tipps heute mitgebracht.
00:09:52: Isabel: Also es soll jetzt nicht nur so ein Rückblick sein auf das, was wir jetzt über
00:09:56: Isabel: die letzten Monate mit unseren Interviewgästen besprochen haben,
00:10:00: Isabel: sondern auch das, wo wir gedacht haben, das ist vielleicht noch was,
00:10:03: Isabel: was euch gefallen könnte.
00:10:05: Isabel: Und was ich aus meinem eigenen Engagement auch vielleicht mitbringen kann,
00:10:10: Isabel: ist der Tipp, sich ungewöhnliche Vorbilder zu suchen.
00:10:14: Isabel: Also, dass man auch mal so ein bisschen über den eigenen Tellerrand hinaus guckt.
00:10:18: Isabel: Also nicht nur so auf Ernährungsinitiativen, auf eine in diesem Pool.
00:10:25: Isabel: Sondern auch vielleicht mal in Richtung Theater oder in Richtung Recycling.
00:10:32: Isabel: Also sämtliche andere Themenfelder letztlich guckt Kultur, Wirtschaft von mir
00:10:38: Isabel: aus auch, weil auch da gibt es ganz ähnliche Herausforderungen.
00:10:42: Isabel: Auch die kämpfen beispielsweise mit Mitgliederschwund oder ja generell,
00:10:46: Isabel: wie kann ich eigentlich neue Mitglieder gewinnen und haben vielleicht nochmal
00:10:49: Isabel: andere Lösungsansätze,
00:10:51: Isabel: wo man natürlich auch gut in den Austausch gehen kann und gucken kann,
00:10:55: Isabel: wie man diese Lösungsansätze auf sich selbst oder auf die eigenen Projekte anwenden kann.
00:11:00: Isabel: Und da kann ich wirklich nur raten, in den Austausch zu gehen und sich diese
00:11:05: Isabel: guten Beispiele anzugucken.
00:11:07: Isabel: Marina, hast du auch noch was mitgebracht?
00:11:09: Marina: Ja, mein erster Tipp für euch ist, euch zu engagieren, aber nicht auf Kosten eurer selbst.
00:11:15: Marina: Also Engagement ist total wichtig und hat Wirkung.
00:11:18: Marina: Aber das ist es nicht, wenn es auf Kosten eurer selbst geht.
00:11:22: Marina: Also achtet auf eure Kapazitäten.
00:11:24: Marina: Dabei können verschiedene Dinge hilfreich sein. Ihr könnt euch fragen,
00:11:28: Marina: wie viel Zeit und Mühe kann ich eigentlich aktuell in mein Engagement stecken,
00:11:32: Marina: sodass es mir auch noch gut tut.
00:11:33: Marina: Oder auch, welche der Aufgaben geben mir überhaupt Energie von denen,
00:11:38: Marina: die ich in der Initiative habe oder welche nehmen mir Energie.
00:11:41: Marina: Und dann kann man sich fragen, okay, in der Gruppe, wie kann man die Arbeitslast
00:11:46: Marina: so verteilen, dass möglichst die Leute die Aufgaben übernehmen,
00:11:50: Marina: die ihnen Energie geben.
00:11:52: Marina: Oder auch vielleicht hilft es meiner Initiative oder meiner Gruppe eigentlich am meisten,
00:11:57: Marina: wenn ich nicht 100 Prozent gebe oder immer 100 Prozent gebe,
00:12:01: Marina: sondern auch mal einen Gang zurückschalte, eben einfach damit ich längerfristig
00:12:05: Marina: dabei bleiben kann und nicht nach ein paar Monaten feststellen muss,
00:12:08: Marina: oh, das war jetzt zu viel, ich muss jetzt aufhören.
00:12:12: Isabel: Und das ist so, so wichtig. Also wir können uns so viel für Nachhaltigkeit einsetzen,
00:12:17: Isabel: aber wenn wir da mit uns selbst irgendwie nicht nachhaltig sind,
00:12:21: Isabel: dann ist es irgendwie schade.
00:12:24: Marina: Ja, total.
00:12:25: Isabel: Genau. Bei mir geht es wieder in Richtung, also ich habe natürlich noch was
00:12:29: Isabel: mitgebracht, bei mir geht es in Richtung, hört zu, bevor ihr handelt.
00:12:33: Isabel: Also das hat auch nochmal wieder was mit Zielgruppen zu tun.
00:12:37: Isabel: Es tut mir leid, ich komme nicht von diesem Thema weg. Und geht in die Richtung,
00:12:42: Isabel: erstmal hören, was eure Zielgruppe oder eure Mitglieder oder ihr selbst eigentlich
00:12:47: Isabel: möchtet oder warum die Leute auch bei euch sind,
00:12:52: Isabel: bevor irgendwas geplant wird.
00:12:54: Isabel: Also das ist für ein Community-Building, glaube ich, super wichtig und auch,
00:13:00: Isabel: dass eure Materialien oder was auch immer ihr letztlich in einem Projekt produzieren
00:13:05: Isabel: möchtet oder wo ihr hin möchtet,
00:13:07: Isabel: dass die dann eben auch wirklich bei den Leuten ankommen und auch Fragen beantworten,
00:13:12: Isabel: die eure Zielgruppe vielleicht dann vorher hatte.
00:13:15: Isabel: Und eine Frage, die man sich selbst stellen kann, bevor man eben irgendwas macht,
00:13:20: Isabel: ist, was wäre für dich der größte Mehrwert, den wir dir bieten können?
00:13:25: Isabel: Also nicht dieses klassische, was brauchst du denn?
00:13:28: Isabel: Weil da die Leute halt teilweise auch einfach gar nicht wissen,
00:13:31: Isabel: was sie brauchen. Also eher so dieses, wir kommen jetzt da rein und was würde
00:13:37: Isabel: dir in deinem, jetzt wenn wir bei Mitgliedern beispielsweise sind,
00:13:40: Isabel: was würde dir in deinem Engagement wirklich noch helfen?
00:13:43: Isabel: Was wäre der Mehrwert, den wir dir als Initiative oder als Gruppe,
00:13:47: Isabel: in der du dich engagieren möchtest, wirklich bieten können?
00:13:50: Isabel: Und ich glaube, das ist auch eine ganz wichtige Geschichte.
00:13:53: Marina: Ich habe auch noch einen zweiten Tipp mitgebracht und zwar zu nutzen,
00:13:57: Marina: was jeder individuell mitbringt und sich auch Tools zur Hilfe zu nehmen.
00:14:03: Marina: Also es ist ja so, dass in einem Team oder in einer Gruppe oder in einer Initiative
00:14:07: Marina: jede Person einzigartige Fähigkeiten mitbringt, Kontakte hat, Ressourcen hat.
00:14:12: Marina: Ob es jetzt handwerkliches Geschick ist, Social-Media-Kenntnisse,
00:14:16: Marina: Zugang zu Räumen oder halt zu irgendwelchen Dingen, die man gebrauchen kann.
00:14:20: Marina: Genau, und dann kann man sich als Gruppe einfach fragen, was kann man jetzt
00:14:23: Marina: schon nutzen, ohne irgendwie das Neue irgendwo herzunehmen.
00:14:27: Marina: Also vielleicht hat irgendwer schon eine Kamera, um Fotos für Social Media zu machen.
00:14:32: Marina: Eine andere Person kennt sich mit Grafikdesign aus oder man hat irgendwie Zugang
00:14:37: Marina: zu irgendwelchen Räumlichkeiten für Workshops.
00:14:39: Marina: Und gleichzeitig halt nicht nur die personellen Fähigkeiten oder die Fähigkeiten
00:14:44: Marina: der Personen zu nutzen, sondern auch digitale Tools zu nutzen, weil das oft Zeit spart.
00:14:49: Marina: Also nur mal Beispiele zu nennen, so Trello, Faktro oder Notion für Aufgabenverteilung,
00:14:56: Marina: zum Beispiel Canva für einfache Grafiken, Doodle für Termine oder verschiedene
00:15:01: Marina: Gruppen für schnellere Absprachen.
00:15:04: Marina: Also das sind aber alles nur Beispiele und ihr müsstet da ausprobieren, was zu euch passt.
00:15:08: Marina: Man kann auch oft kostenlose Versionen nutzen, das ist auch immer ganz ratsam.
00:15:13: Marina: Und wenn doch mal irgendwas fehlt, vor allem an Ressourcen, dann kann man auch
00:15:16: Marina: immer erst schauen, ob man irgendwas tauschen kann oder sich was leihen kann.
00:15:20: Marina: In lokalen Netzwerken nachfragen, ob jemand Materialien, Räume oder irgendwie
00:15:25: Marina: Wissen noch hat und auch teilen kann.
00:15:28: Marina: Weil oft gibt es halt einfach mehr Ressourcen, als man denkt,
00:15:31: Marina: wenn man denn danach fragt.
00:15:33: Isabel: Das Stichwort Ressourcen finde ich hier total spannend, weil ich weiß,
00:15:36: Isabel: dass bei Foodsharing beispielsweise so ein sogenanntes Ressourcenmosaik implementiert wurde.
00:15:42: Isabel: Und da kann man genau, also es ist, wenn man bei Foodsharing angemeldet ist
00:15:46: Isabel: und bereits dort engagiert ist, dass man da seine eigenen Ressourcen eben eintragen kann.
00:15:51: Isabel: Also wenn ich jetzt beispielsweise irgendwie zum Beispiel einen Canva-Account
00:15:54: Isabel: habe, einen professionellen, wo dann auch die kostenpflichtigen Inhalte drin
00:16:00: Isabel: sind, dann kann ich das zum Beispiel da reinschreiben.
00:16:01: Isabel: Oder wenn ich ein großes Auto habe oder Kontakte zur Stadtverwaltung oder so,
00:16:08: Isabel: dass man das direkt da eintragen kann.
00:16:10: Isabel: Also vielleicht ist das auch nochmal was, was andere Initiativen,
00:16:13: Isabel: die ja auf einer sehr großen Plattform irgendwie unterwegs sind,
00:16:17: Isabel: implementieren können.
00:16:18: Isabel: Weil ich glaube, da gibt es ganz, ganz viel, was man irgendwie teilen kann.
00:16:21: Isabel: Und was vielleicht für mich, wenn ich jetzt hier doch noch ein bisschen abschließend
00:16:25: Isabel: was einwerfen kann, ist dieses, oder was für mich, für euch total wichtig ist
00:16:31: Isabel: noch zu sagen, erinnert euch immer an das Warum.
00:16:34: Isabel: Wir machen alle Dinge aus Gründen und man kann, also du hast eben was gesagt
00:16:41: Isabel: zum Thema Ausbrennen, Marina,
00:16:43: Isabel: also das kann super anstrengend sein, sich zu engagieren und nicht nur für einen
00:16:48: Isabel: selbst, man merkt das ja auch bei seinen MitstreiterInnen.
00:16:50: Isabel: Irgendwann ist manchmal die Luft einfach raus.
00:16:53: Isabel: Und in solchen Momenten ist es, glaube ich, natürlich auf der einen Seite total
00:16:56: Isabel: wichtig, auch vielleicht mal einen Gang zurückzuschalten, sich aber trotzdem
00:16:59: Isabel: nochmal vielleicht auch visuell
00:17:01: Isabel: bewusst zu machen, warum machen wir eigentlich das, was wir machen?
00:17:06: Isabel: Warum setzen wir uns beispielsweise gegen Lebensmittelverschwendung ein?
00:17:10: Isabel: Warum setzen wir uns für ein demokratischeres Ernährungssystem ein?
00:17:14: Isabel: Sich das nochmal wirklich zu visualisieren, auch gemeinsam mit Emotionen.
00:17:20: Isabel: Ich weiß, dass beispielsweise bei der Tafel Bonn, die hatten eine ganz tolle
00:17:24: Isabel: Aktion auf dem Bonner Friedensplatz.
00:17:27: Isabel: Da haben sie so Teller gehabt, wo Zitate von Tafelkund:innen draufstanden,
00:17:35: Isabel: wie sehr die Tafel ihnen beispielsweise geholfen hat.
00:17:38: Isabel: Und ich glaube, das ist nicht nur eine Aktion, jetzt sag ich mal für die Öffentlichkeit,
00:17:43: Isabel: sondern auch für einen selbst, dass man sich nochmal einfach daran erinnert,
00:17:46: Isabel: hey, das ist der Grund, weswegen ich mein Engagement ausübe.
00:17:50: Isabel: Und wenn man sich sowas nochmal bewusst macht, ist es, glaube ich,
00:17:53: Isabel: vielleicht auch einfach einfacher, noch weiterzumachen.
00:17:56: Isabel: Natürlich, wie gesagt, immer schön sich selbst auch im Kopf haben und nicht
00:18:00: Isabel: vergessen, weil man ist selbst auch wichtig fürs Engagement.
00:18:05: Isabel: Und ja, einfach dieses warum nochmal channeln.
00:18:09: Marina: Ja, da stimme ich total zu. Also man muss das ja nicht so groß umsetzen wie
00:18:13: Marina: die Bonner Tafel, sondern kann halt auch einfach bei einem Planungstreffen das einfach mal sammeln.
00:18:19: Marina: Vielleicht auch visuell. Vielleicht bringt jeder irgendwie ein Bild von der
00:18:22: Marina: schönsten Aktion, die man gemacht hat, wo man am meisten Leute erreicht hat oder so.
00:18:26: Marina: Und sich einfach daran zu ändern, warum das so wichtig ist, dass man sich eben engagiert.
00:18:33: Marina: Ja, damit sind wir schon durch mit unseren Tipps und wir wollen uns auf jeden
00:18:38: Marina: Fall nochmal ganz doll bedanken bei allen, die als Podcast-Gäste hier bei uns in den Folgen waren.
00:18:45: Marina: Es war wirklich total interessant, wir haben wirklich echt viele verschiedene
00:18:48: Marina: Perspektiven kennengelernt und wenn es noch Fragen gibt,
00:18:52: Marina: könnt ihr euch natürlich wie immer gerne melden und uns eine E-Mail schreiben
00:18:54: Marina: unter wertvoll@verbraucherzentrale.nrw Und wir machen nicht nur Tipps zum Thema Engagement,
00:19:02: Marina: sondern teilen auch Tipps generell zum Thema Lebensmittel, zum Beispiel auf Instagram.
00:19:07: Marina: Da könnt ihr gerne mal reinfolgen. Kostbar.nrw heißt der Kanal.
00:19:11: Marina: Und ich sage auf jeden Fall danke fürs Zuhören.
00:19:13: Isabel: Ich sage auch danke fürs Zuhören. Schön, dass ihr uns begleitet habt.
00:19:16: Marina: Ja. Und bis bald.
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